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Steuerung und Eigenverbrauch

Steuerung der Wärmepumpe mit Photovoltaik: so nutzt sie mehr Sonnenstrom

Wie die Wärmepumpe erfährt, dass Überschuss da ist, welche Schnittstellen es gibt und welche Rolle Warmwasser- und Stromspeicher spielen.

Wie die Wärmepumpe von der Photovoltaik erfährt

Wärmepumpe und PV-Anlage hängen beide am Hausnetz, eine direkte Leitung gibt es nicht. Soll die Wärmepumpe vorrangig dann arbeiten, wenn die Sonne Strom liefert, muss ihr jemand Bescheid geben: über die SG-Ready-Schnittstelle, über einen Energiemanager oder Wechselrichter mit passender Funktion oder im einfachsten Fall über ein Zeitprogramm.

Laut Faktencheck des Klima- und Energiefonds sind viele führende Wärmepumpenmodelle bereits "smart grid ready". Das heißt, sie lassen sich von außen ansteuern. Der Faktencheck weist auch darauf hin, dass Netzbetreiber Wärmepumpen künftig an kalten Tagen steuern können müssten. Eine steuerbare Wärmepumpe ist also doppelt sinnvoll.

Wechselrichter, Batteriespeicher und Wärmepumpe mit Steuerung im Technikraum
Drei Stufen

Steuerungsarten im Vergleich

StufeWie es funktioniertFür wen
ZeitprogrammWarmwasser und Heizung werden auf die Mittagsstunden gelegt, ohne Rückmeldung der PV-Anlageeinfacher Einstieg, kein Zusatzgerät nötig
SG-Ready-SchnittstelleSchaltkontakte an der Wärmepumpe empfangen ein Signal, etwa vom Wechselrichter, und schalten in einen anderen Betriebszustandbewährter Standard, herstellerunabhängig
EnergiemanagementEin Energiemanager misst Überschuss und verteilt ihn auf Wärmepumpe, Speicher, E-Auto und Haushaltmehrere große Verbraucher, höchster Eigenverbrauch

Welche Schnittstellen Ihre Geräte unterstützen, steht in den Herstellerunterlagen. Die Abstimmung übernehmen Heizungs- und Elektrofachbetrieb gemeinsam.

Warmwasser: der einfachste Speicher für Sonnenstrom

Ein Warmwasserspeicher ist in fast jedem Haus mit Wärmepumpe vorhanden. Wird er dann geladen, wenn die PV-Anlage Überschuss liefert, wandert Sonnenstrom als Wärme in den Speicher und steht abends zum Duschen bereit. Dass ein Ladezeitpunkt am frühen Nachmittag den Eigenverbrauch hebt, betont auch klimaaktiv.

Wichtig ist, dass dabei die Wärmepumpe arbeitet und nicht der elektrische Heizstab. Die Wärmepumpe macht aus jeder Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme, der Heizstab nur eine. Ähnlich wirkt die Gebäudemasse: Wände und Estrich nehmen an sonnigen Übergangstagen mittags zusätzliche Wärme auf, die am Abend noch nachwirkt.

Lohnt sich ein Stromspeicher?

Ein Batteriespeicher verschiebt Sonnenstrom vom Mittag in den Abend. Für die Wärmepumpe ist er weniger entscheidend, weil Warmwasserspeicher und Gebäude ohnehin Wärme puffern. Bosch Österreich nennt für Stromspeicher ca. € 5.000 bis 10.000. Ob sich das rechnet, hängt vom Haushaltsstrom am Abend, von einem E-Auto und vom Strompreis ab.

Der EAG-Investitionszuschuss förderte 2026 Speicher mit € 150 je kWh, aber nur zusammen mit einer PV-Anlage. Alle drei Calls 2026 sind vorbei; ob und wann es 2027 Calls gibt, ist noch offen. Mehr unter Photovoltaik Förderung und Wärmepumpe.

Zähler, Smart Meter und Tarif

  • Eigener Wärmepumpenzähler: möglich, laut Bosch Österreich mit Mehrkosten von ca. € 90 pro Jahr. Ob sich ein eigener Wärmepumpentarif lohnt, hängt vom Angebot Ihres Versorgers ab.
  • Smart Meter: Viertelstundenwerte waren 2026 Voraussetzung für den Netzentgelt-Sommerrabatt, der Bezug zwischen 10 und 16 Uhr günstiger machte.
  • Oberösterreich: Wer dort Landesgeld für die Wärmepumpe möchte, braucht unter anderem SG-Ready, einen Wärmemengenzähler und einen eigenen Stromzähler.

Typische Fehler bei der Steuerung

  • Heizstab statt Verdichter: Der Überschuss landet im Heizstab, obwohl die Wärmepumpe dieselbe Wärme mit einem Bruchteil des Stroms erzeugen würde.
  • Zu hohe Temperaturen: Wird der Speicher bei Sonne zu stark überheizt, sinkt die Effizienz und die Wärmeverluste steigen.
  • Zu kurze Laufzeiten: Schaltet die Steuerung bei jeder Wolke ab und wieder ein, leidet der Verdichter. Eine Mindestlaufzeit gehört in die Einstellungen.
  • Niemand fühlt sich zuständig: Wenn Elektro- und Heizungsbetrieb getrennt arbeiten, sollte vorher klar sein, wer die Steuerung einrichtet.

Wie Sie die Wärmepumpe an die Photovoltaik anschließen

  1. Prüfen, ob die Wärmepumpe eine SG-Ready-Schnittstelle oder eine Herstellerschnittstelle für Energiemanagement hat.
  2. Prüfen, ob Wechselrichter oder Energiemanager einen Schaltausgang oder eine kompatible Schnittstelle bieten.
  3. Verkabelung und Einstellungen von Elektro- und Heizungsfachbetrieb abstimmen lassen.
  4. Regeln festlegen: Ab welchem Überschuss soll die Wärmepumpe Warmwasser laden, wie hoch darf die Temperatur steigen?
  5. Nach einigen Wochen die Werte prüfen und nachjustieren.

Stand Oktober 2026.

Tipp: Geben Sie in der Anfrage an, welche PV-Anlage und welcher Wechselrichter vorhanden sind. Wie groß eine neue Anlage sein sollte, lesen Sie unter PV-Größe für Haus mit Wärmepumpe.

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